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Praxis

Wett-Tagebuch führen: Welche Spalten du brauchst und was ROI und Yield wirklich sagen

Redaktion germansoccer.netStand: 11. Oktober 20262 Min. Lesezeit

Fast jeder, der regelmäßig wettet, glaubt zu wissen, wie es ihm läuft. Fast niemand liegt dabei richtig: Gewinne bleiben im Gedächtnis, kleine Verluste verschwinden. Ein Wett-Tagebuch beendet das Raten und kostet nur zwei Minuten pro Wette.

Hand schreibt mit einem Stift in einen aufgeschlagenen Wochenplaner

Diese Spalten brauchst du

SpalteWozu sie dient
Datum und UhrzeitReihenfolge, Zeitraum für Auswertungen
Wettbewerb, SpielAuswertung nach Liga oder Sportart
Markt und Tipp1X2, Über/Unter, Handicap, Kombi
AnbieterQuotenvergleich, Bonusumsatz
Quote beim PlatzierenGrundlage für Gewinn und CLV
SchlussquoteKennzahl Closing Line Value
EinsatzUmsatz, Einsatzhöhe im Verhältnis zur Bankroll
Ergebnis (+/−)Gewinn oder Verlust nach Abzug des Einsatzes
Begründung in einem SatzSpätere Selbstkontrolle: Warum habe ich das getippt?

Die wichtigsten Kennzahlen

  • Umsatz: Summe aller Einsätze.
  • Gewinn: Summe aller Ergebnisse (negativ eingerechnet).
  • Yield (auch ROI): Gewinn ÷ Umsatz. Es ist die Rendite pro eingesetztem Euro.
  • Trefferquote: Anteil gewonnener Wetten. Allein sagt sie wenig, weil sie ohne Durchschnittsquote nicht interpretierbar ist.
  • Durchschnittsquote: Zusammen mit der Trefferquote zeigt sie, ob du eher auf Favoriten oder Außenseiter setzt.

Beispiel: 200 Wetten, 60 € Plus

Du hast 200 Wetten mit durchschnittlich 10 € Einsatz platziert. Umsatz 2.000 €, Gewinn 60 €. Dein Yield liegt bei 3 %. Das klingt ordentlich. Ob es mehr als Zufall ist, zeigt eine einfache Überschlagsrechnung: Bei einer Wette zur Quote 2,00 mit 50 % Trefferwahrscheinlichkeit schwankt das Ergebnis pro Wette um ±1 Einsatz. Nach 200 Wetten beträgt die typische Streuung rund √200 ≈ 14 Einsätze, also etwa 140 €. Deine 60 € Plus liegen damit deutlich innerhalb der normalen Schwankung. Mit anderen Worten: Ein Plus von 3 % nach 200 Wetten ist kein Beleg für Können, ebenso wenig wie ein Minus von 3 % ein Beleg für Pech wäre.

Was du aus dem Tagebuch ableitest

  1. Auswertung nach Märkten: Oft zeigt sich, dass Kombiwetten dein Ergebnis drücken, während Einzelwetten stabil laufen.
  2. Auswertung nach Ligen: Du verdienst eher in Ligen, die du verfolgst, siehe Spezialisierung.
  3. Auswertung nach Uhrzeit: Spontane Wetten spät abends sind meist schlechter als geplante.
  4. Einsatzdisziplin: Springt der Einsatz nach Verlusten nach oben? Dann liegt ein Fall von Tilt vor, siehe Frust und Wut beim Wetten.

Ob Papier, Tabelle oder App ist egal, entscheidend ist, dass du jede Wette einträgst, auch die kleinen und auch die peinlichen. Eine Übersicht passender Hilfsmittel findest du bei den Sportwetten-Tools.

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